Nick Hornby lässt fragen: „How to be Good“?

Wie gut ist „gut genug“? Diese Frage stellt Nick Hornby in seinem ausgesprochen unterhaltsam zu lesenden Roman „How to be Good“ – nicht jedoch ohne dem Leser gleichzeitig einen kritischen Spiegel vors Gesicht zu halten.

Nick Hornby ist – nach den Verfilmungen von „About a Boy“ und „High Fidelity“ – wohl gerade in Mode. Kein Wunder, schreibt der Brite doch in angenehm amüsantem und dennoch anspruchsvollem Stil, bringt Stimmung in seine Bücher und sorgt immer wieder für Überraschungseffekte.

So auch bei „How to be Good“. Nick Hornby erzählt hier aus Sicht einer frustrierten Ehefrau, die mit dem „zornigsten Mann in Holloway“ verheiratet ist und sich scheiden lassen möchte. Doch plötzlich ist alles anders als gedacht, denn David ist nicht mehr zornig, sondern genau das Gegenteil. Er möchte jedem Gutes tun und übertreibt es dabei manchmal – je nach Ansicht – mehr oder weniger gewaltig. Gemeinsam mit seinem „Wunderheiler“ DJ GoodNews, der sogar bei Davids Familie einzieht, geht er seiner Frau nun durch seine Hilfbereitschaft ganz gewaltig auf den Keks. Das führt so weit, dass die Ehe erneut auf der Kippe steht – wegen des fehlenden gesunden Maßes an Zorn.

Nick Hornby hat mit diesem Buch nicht nur einen unterhaltenden Roman verfasst, sondern hat es auch geschafft, dass man sich selber fragt, wie weit das eigene „Gut sein“ denn nun wirklich geht bzw. im Zweifelsfall gehen würde. Wäre man bereit, obdachlose Jugendliche zu Hause aufzunehmen, von denen man kaum etwas weiß? Würde man so weit gehen und einen Computer der eigenen Kinder verschenken, weil ein PC im Haus genügt? Wie „leidensfähig“ ist man eigentlich wirklich, wenn es um das Abbauen des eigenen, hart erarbeiteten Wohls zu Gunsten anderer geht?

(Foto: Joe Mabel)

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